Wer heute in Photovoltaik investiert, trifft eine Entscheidung für 25 bis 30 Jahre. Umso wichtiger ist die Frage, wie sich der Strompreis in dieser Zeit entwickeln dürfte. Ein Blick zurück hilft bei der Einordnung.
Rückblick: 25 Jahre Strompreis
| Jahr | ct/kWh | Haupttreiber |
|---|---|---|
| 2000 | 13,9 | Liberalisierung, niedrige Netzentgelte |
| 2005 | 18,7 | beginnender EEG-Ausbau |
| 2010 | 23,7 | EEG-Umlage, Netzausbau |
| 2015 | 28,7 | EEG-Umlage über 6 ct |
| 2020 | 31,8 | hohe Umlagen, steigende Netzentgelte |
| 2022 | 40,1 | Energiekrise, Gaspreisexplosion |
| 2024 | 35,5 | Wegfall EEG-Umlage, Entspannung am Gasmarkt |
| 2026 | ca. 36,0 | steigende Netzentgelte, CO₂-Preis |
Über den gesamten Zeitraum ergibt sich eine durchschnittliche Steigerung von rund 3,8 Prozent pro Jahr. Bemerkenswert ist, dass der Preis auch in Phasen fallender Börsenpreise nicht wesentlich sank, weil staatliche Bestandteile und Netzentgelte zunahmen.
Was den Preis künftig treibt
Netzausbau
Der größte Kostenblock der kommenden Jahre. Bis 2045 sind über 300 Milliarden Euro Investitionen in Übertragungs- und Verteilnetze geplant. Refinanziert wird das über die Netzentgelte, die dadurch um 1 bis 3 Cent je Kilowattstunde steigen dürften.
CO₂-Preis
Er verteuert Strom aus Kohle und Gas und wirkt damit indirekt auf den Börsenpreis. Gleichzeitig verbessert er die relative Position von Wärmepumpen gegenüber Gasheizungen, siehe Wärmepumpe Kosten.
Ausbau der Erneuerbaren
Wirkt preissenkend am Großhandelsmarkt. Wind und Sonne haben nahezu keine Grenzkosten und verdrängen teure Gaskraftwerke aus der Merit-Order. Die Zahl der Stunden mit sehr niedrigen Preisen nimmt zu.
Elektrifizierung
Millionen Wärmepumpen und Elektroautos erhöhen die Nachfrage. Ob das preistreibend wirkt, hängt davon ab, wie flexibel diese Verbraucher gesteuert werden. Genau hier setzen § 14a EnWG und dynamische Tarife an.
Prognose bis 2035
Studien von Fraunhofer ISE, Agora Energiewende und der Deutschen Energie-Agentur kommen zu ähnlichen Ergebnissen:
- Börsenpreise sinken im Mittel leicht, schwanken aber stärker zwischen den Stunden
- Netzentgelte steigen deutlich, teilweise abgefedert durch Bundeszuschüsse
- Endkundenpreis bleibt im Korridor von 35 bis 42 Cent je Kilowattstunde
- Preisspreizung zwischen günstigen und teuren Stunden wächst erheblich
Für Verbraucher heißt das: Der Durchschnittspreis bleibt hoch, aber wer flexibel ist, zahlt deutlich weniger als der Durchschnitt.
Was das für Ihre Investition bedeutet
Eine Photovoltaikanlage produziert Strom zu Gestehungskosten von 6 bis 9 Cent je Kilowattstunde, kalkuliert über 25 Jahre. Dieser Wert ist fix, weil die Investition einmalig anfällt und keine Brennstoffkosten entstehen.
| Szenario | Strompreis 2026 | Ø 2026 – 2051 | Ersparnis 25 Jahre* |
|---|---|---|---|
| Preise stagnieren | 36 ct | 36 ct | ca. 50.000 € |
| 2 % Steigerung pro Jahr | 36 ct | 46 ct | ca. 64.000 € |
| 3,8 % wie bisher | 36 ct | 59 ct | ca. 82.000 € |
* 10-kWp-Anlage mit 10-kWh-Speicher, 4.500 kWh Jahresverbrauch. Selbst im konservativsten Szenario liegt der Gesamtvorteil bei rund 50.000 Euro.
Strategien gegen steigende Preise
- Eigene Erzeugung: Eine Photovoltaikanlage macht den größten Teil Ihres Verbrauchs preisunabhängig.
- Speicher: Erhöht den Eigenverbrauch auf 65 bis 80 Prozent, siehe Lohnt sich ein Speicher.
- Dynamischer Tarif: Nutzt die wachsende Preisspreizung für den Reststrom.
- Steuerbare Verbraucher: Wallbox und Wärmepumpe nach § 14a bringen Netzentgelt-Rabatt.
- Effizienz: Jede eingesparte Kilowattstunde ist die günstigste.
Fazit
Die Vergangenheit zeigt eine klare Richtung, und die Prognosen deuten nicht auf dauerhaft sinkende Preise hin. Wer sich absichern möchte, verlagert einen möglichst großen Teil seines Verbrauchs auf eigene Erzeugung.
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